Verwunschen, magisch, verzaubernd: „Land“ von Maggie O’Farrell

Der neue Rman der Autorin von „Judith and Hamnet“, gerade als Film in den Kinos zu sehen, ist wieder so ein ganz eigenes, sprachlich besonderes Buch.
Erzählt wird von Irland, soeben ist die große Hungersnot der 1840er vorüber, aber noch deutlich sichtbar, als Tomás als Landvermesser für die verhassten britischen Besatzer arbeitet, die Rotröcke. Anfangs nimmt er seinen Sohn Liam mit, der kaum 10-jährig von allem überfordert scheint und dennoch ganz innig mit der Natur verbunden ist.
Nach einem Vorfall an einer Quelle auf der zu vermessenden Halbinsel gelangt die Familie in ein altes Bauernhaus eben dort, das sie sich wieder herrichtet. Ein viertes Kind kommt zur Welt, es kehrt Ruhe ein und doch bleibt die Quelle im Hain für alle ein Ort des Mystischen und es bleibt offen, inwieweit geheimnisvolle Kräfte in das Leben der Familie hineinwirken.
Die Beschreibung des Lebens in diesem rauen Land ist so packend, so einnehmend, dass die winzig kleinen Fast-Kitsch-Momente darunter verschwinden. O’Farrell hat so einen ganz eigenen KLang, es ist herrlich, in dem Buch zu versinken. Wir folgen den vier Kindern, die alle ganz eigene Wege gehen, sehr gerafft eilt die Autorin teilweise durch die Jahre und dennoch sind es gut 500 Seiten, die an keiner Stelle langweilig oder überflüssig sind.

Ein wunderbares Leseerlebnis!
Maggie O’Farrell, „Land“, übersetzt von Nikolaus Hansen und Kathrin Razum, Piper Verlag, 26 Euro