Der neue Roman von Juli Zeh und Simon Urban: Debattenbuch, Aufruf, Bestandsaufnahme?

So ein spannendes Buch! Der Austausch zwischen der brandenburgischen Bäuerin Theresa und dem urbanen, woken und hippen stellvertretenden Chefredakteur von der Hamburger Zeitung „Der Bote“, Stefan, erspart uns kein aktuelles Debattenthema. Theresa und Stefan haben sich nach 20 Jahren Pause (gemeinsames Studium in Münster) wiedergetroffen und begonnen, sich zu schreiben. Die Beiden debattieren ihre Themen …

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Aus Sicht der Kinder: „Die Überlebenden“ von Alex Schulman

Dieser Roman erzählt auf unspektakuläre Weise von einer dysfunktionalen Familie irgendwo in Schweden. Die drei Brüder treffen sich nach dem Tod der Mutter im alten Sommerhaus der Familie wieder und versuchen, die Wunden der Verganganheit zu heilen. Reden war nichts, was sie in der Familie gelernt hätten und die Traumata aus der Vergangenheit sind nichts, …

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Ein norwegisches Drama: Kristin Valla „Das Haus über dem Fjord“

Eine Familiengeschichte ganz anderer Art beschreibt die norwegische Autorin Kristin Valla. Aus Sicht der überlebenden Tochter wird das Leben erzählt, das diese mit ihrer Mutter teilt, nachdem die beiden Brüder und auch der Vater von einem Erdrutsch getötet werden. Auf dem Weg zu einer Feier, an der Tochter und Mutter aufgrund der Störrischkeit der Tochter …

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Ein beglückendes Leseerlebnis: Arno Geigers neuer Roman

„Das glückliche Geheimnis“ heißt der neue Roman des österreichischen Schriftstellers Arno Geiger. Wohlbekannt ist er vielen durch seine vorherigen Romane, unter anderem „Der alte König in seinem Exil“, in dem er von der Begleitung der Demenzerkrankung seines Vaters berichtet und zuletzt durch „Unter der Drachenwand“, einem beeindruckenden Roman über das letzte Kriegsjahr 1944/45 irgendwo in …

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„Das andere Mädchen“ von Nobelpreisträgerin Annie Ernaux

Schon häufiger habe ich auf dieser Seite Bücher von Annie Ernaux begeistert besprochen – und nun hat sie doch tatsächlich den Literatur-Nobelpreis bekommen! Und das neue Buch ist auch, ganz passend dazu, gerade erschienen: „Das andere Mädchen“. Annie Ernaux schreibt sogenannte autofiktionale Texte, es geht um sie selbst und ihr Leben. Bei Ernaux besteht die …

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Noch ein Buch vom Meer – Mariette Navarro, Über die See

Ein weiteres Kleinod dieses Herbstes und wieder aus Frankreich ist der Roman „Über die See“ von Mariette Navarro. Eine Kapitänin und ihre ausschließlich männliche Mannschaft brechen mit einem riesigen Containerschiff zu einer Atlantiküberquerung auf. Kurz hinter den Azoren wünschen die Männer ein Bad zu nehmen (echte Seeleute werden hier bereits die Hände über dem Kopf …

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Kim de l´Horizon, „Blutbuch“ – Deutscher Buchpreis 2022

Natürlich habe ich sofort den diesjährigen Preisträger-Roman gelesen – eins gleich vorweg: dass „Blutbuch“ die Ehrung bekommen hat, ist eine gute Entscheidung und literarisch nachvollziehbar. Kim befragt die Kindheit eines Menschen, der sich als nicht-binär erlebt, sich also keinem der beiden definierten Geschlechter zugehörig fühlt. Die Auseinandersetzung findet  in Form imaginärer Briefe an die Großmutter …

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Ein neuer Roman von Celeste Ng!

Die Autorin der grandiosen Romane „Kleine Feuer überall“ und „Was ich Euch nie erzählte“ hat ein neues Buch geschrieben: „All unsere verschwundenen Herzen“. Der zwölfjährige Bird lebt allein mit seinem Vater im Studentenwohnheim in einer minikleinen Wohnung. Der Vater arbeitet in der Bibliothek, die Mutter ist vor einigen Jahren abrupt aus der Familie verschwunden. Ihr …

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Swasiland in den 1960er Jahren, oder: die eigenen Grenzen überwinden

Mein liebstes der Bücher, die ich zuletzt gelesen habe, ist tatsächlich dieser Roman um Adele, ein Mädchen an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Sie lebt mit Mutter und Bruder in Swasiland, der Vater ist ein weißer Geschäftsmann, der mit seiner Hauptfamilie, einer weißen, in Südafrika lebt. Die Apartheit der damaligen Jahre bildet quasi die Folie, auf …

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