Soeben erschienen: Miriam Carbe „Unerwünschte Töchter“….

…..und gleich in wenigen Tagen „weggesuchtet“.
In beindruckend geschliffener Sprache, aber ganz geradeaus an der Zeit entlang erzählt Miriam Carbe von den Frauen in ihrer Familie, deren Name immer mit einem „M“ beginnt. Ihre Urgroßmutter Margarete begleiten wir durch den ersten Weltkrieg, deren Tochter Marianne durch das Deutschland der Nazis und des zweiten Weltkrieges. Erst mit Monika beginnt eine friedlichere Zeit im Außen, nicht aber im Inneren Monis, die im Studium eine psychische Erkrankung entwickelt, die sie immer wieder zu Klinikaufenthalten zwingt. Miriam, die Autorin, muss mit dieser Mutter leben, eng verbunden mit der Oma Marianne, genannt Immi, die ihr mit ihrer Stabilität durch die Kindheit hilft.
Zwischendrin beglückt das Buch mit kurzen Ausflügen in das Leben Miriams im Jetzt und einem anderen Blick auf das zu Erzählende. Diese Perspektivverschiebungen schaffen kleine Pausen im schnellen Fortschreiten durch das ganze 20. Jahrhundert.
Ja, es gibt mittlerweile sehr viele Bücher, die den Spuren der Frauen einer Familie folgen, dieses aber sticht durch den Stil und die feine Schilderung der gesellschaftlichen Umstände heraus. Diese spiegeln sich in den Entscheidungen, den Gesprächen und Haltungen der vier Frauen und verdichten sich zu einem klaren Gefühl für die jeweilige Zeit.
Ein absolutes Lesevergnügen!

Miriam Carbe, „Unerwünschte Töchter“, Hanser Verlag 26 Euro