Annika Büsing, „Magisch“

Annika Büsing ist mit „Nordstadt“, ihrem Debütroman, schon ein großer Wurf gelungen, auch die nachfolgenden Romane „Koller“ und „Wir kommen zurecht“ waren sprachlich und inhaltlich sehr gelungen.

Der neue Roman „Magisch“ erzählt die Geschichte von Marie, die nach vielen Jahren „in der Welt“ in ihre Heimatstadt zurückkehrt. Sie lebt in einer eigenen Wohnung auf dem Hof der Eltern, auch ihr Bruder Andi, immer noch ein überzeugter Rechter, wohnt auf dem Hof.

Ihr Freund Paul Magisch, der als Kind ihr engster Freund war, und mit dem sie eine wilde Liebe Anfang der Zwanziger noch zusätzlich verbindet, ist auch wieder da und lebt im Haus seiner verstorbenen Mutter.

Marie sucht Kontakt zu Magisch, gleichzeitig muss sie irgendwie mit der Kleinstadt und dem immer-noch-Gleichen dort zurechtkommen. Sie ist Mitte dreißg, hat eine HuTa (Hundetagesstätte – superwitzig) und eine gute Freundin, mit der sie alles teilt. Mit Magisch ist es ungut auseinandergegangen und die Beiden müssen nun schauen, ob sie wieder was miteinander anfangen können oder sollen- auch vor dem Hintergrund des drohenden Nazi-Bruders. Büsing erzählt die Geschichte gewohnt schnodderig, was in den ersten drei Büchern super zum Alter der Protagonistinnen passte. Hier, bei diesen Mittdreißigern, wirkt es etwas merkwürdig, was dem Inhalt der Geschichte aber keinen Abbruch tut und auch meine einzige Kritik an diesem Roman ist, den ich sehr gern gelesen habe. Entscheidend sind die gelungenen Charakterstudien, die zärtlich-intensive Schilderung der Kindheit der Beiden und die Zweifel in der aktuellen Situation, das ist sehr packend und berührend. 

Ein unterhaltsamer Roman, der das Thema Heimat aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, dazu eine wirklich rührende Liebesgeschichte ohne viel Lamentos- eine gelungene Lektüre.

Annika Büsing, „Magisch“, S. Fischer Verlag, 24 Euro