In der Psychiatrie: Tove Ditlevsens Roman „Gesichter“

Die ersten drei autofiktionalen Romane Ditlevsen sind 2021 als „Kopenhagen-Trilogie“ neu erschienen und waren einfach grandios. Während „Kindheit“ auch noch heitere Momente enthielt, war „Abhängigkeit“ schon schwerer auszuhalten. „Gesichter“ toppt auch dieses Buch und man sollte es nur lesen, wenn die seelische Verfassung das zulässt. Die fiktive Autorin, Lise Mundus, unternimmt einen Selbstmordversuch und liefert …

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„Das Seidenraupenzimmer“ von Murata Sayaka – krasses Buch

Dieses Buch der Autorin von „Die Ladenhüterin“ muss mit einer Triggerwarnung versehen werden, denn es geht (am Rande) auch um einen Missbrauchsfall. Eigentlich ist aber die ganze Kindheit von Natsuki ein einziger Misssbrauch, der aber durch die japanisch unaufgeregte Sprache der Autorin zunächst nicht in der Heftigkeit wirkt, der dem Geschehen innewohnt. Erst so langsam …

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Evie Wyld, Die Frauen – ein Schauerroman mit Inhalt

So ein mitreißendes Buch hatte ich lange nicht auf dem Nachttisch liegen. Auf drei Zeitebenen erzählt Wyld von den Frauen, die in New Berwick leben oder lebten, einem Ort am wilden schottischen Meer. Die Beziehungen zwischen Schwestern, Müttern und Töchtern und Freundinnen bilden die Folie, hinter der sich die Grausamkeiten der jeweils anderen Zeitebenen in …

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Norwegen damals: eine bewegende Familiensaga

Roy Jacobsen hat mit „Die Unsichtbaren“ ein gewaltiges Epos geschaffen. Eine winzige Insel in den Schären Norwegens, Barroy, bildet den Mittel- und Ausgangspunkt einer Reise durch die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Norwegen ist noch nicht vom Ölreichtum geflutet, die Menschen leben von dem, was sie mit ihren Händen erwirtschaften können. Ingrid Barroy wächst mit …

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Im Russland vor hundert Jahren

Ein sehr besonderer Roman ist das Buch von Yulia Marfutova „Der Himmel vor hundert Jahren„.   Erzählt wird die Geschichte eines abgelegenen Dorfes um das Jahr 1918, das von der russischen Revolution erstmal nichts mitbekommt und nur über einen geheimnisvollen Besucher ganz allmählich den Wandel der Zeit erfasst. Das Besondere ist die poetisch-leichte Sprache, mit der …

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Peter Stamm, Das Archiv der Gefühle

Lange schon bin ich Fan von Peter Stamm, dem Schweizer Autoren der kurzen, prägnanten Romane. Auch sein neues Buch hat mich, nach kurzer Anlaufphase, sehr für sich eingenommen. Erzählt wird die Geschichte eines einsamen, mittefünzigjährigen Ich-Erzählers, der ins Haus seiner Kindheit zurück gezogen ist, nachdem seine Eltern verstorben sind. Dort pflegt er auch das Archiv, …

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Suche nach dem Eigenen: Meg Mason „Was wir wollen“

Martha ist Ende dreißig, mit ihrer Jugendliebe Patrick verheiratet und hat eigentlich, von außen betrachtet, alles, was man sich nur wünschen kann: einen liebenden Ehemann, sie ist beruflich eingebunden, hat eine gute Beziehung zu ihrer Schwester. Und dennoch: Martha hat seit langem das Gefühl, das etwas mit ihr nicht stimmt, kann sie doch ihr Leben …

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Ein amerikanisches Leben – Willy Vlautin „Nacht wird es immer“

Erzählt wird von Lynette, eine Endzwanzigerin, die mit ihrem Bruder und der Mutter in einem heruntergekommenen Haus am Rande Portlands wohnt. Neben zwei Jobs versucht sie ihren Schulabschluss nachzuholen und endlich einen Platz im Leben zu finden, der sicher ist. Dazu gehört auch, das Angebot ihres Vermieters anzunehmen, das Haus, in dem sie seit Ewigkeiten …

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Julia Franck, Welten auseinander

Ein höchst interessantes Buch hat Julia Franck geschrieben. Ein Buch, das kein Roman ist und daher auch literarisch nicht mit ihren Vorgängerromanen verglichen werden sollte. Franck erzählt hier, wie auch Edgar Selge, aus der Kindheit, ihrem Aufwachsen zwischen Ost und West in äußerlich desolaten Verhältnissen, gefühlt ungeliebt und früh auf sich gestellt. Franck erzählt entlang …

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Edgar Selge, Hast Du uns endlich gefunden

DAS autobiografische Buch des Herbstes ist für mich neben Julia Francks Buch „Weit auseinander“ das Buch von Schauspieler Edgar Selge. In Kapiteln und Ausschnitten erzählt der 1948 geborene Selge aus seiner Kindheit, seinem Aufwachsen als Sohn des Gefängnisdirektors der Jugendstrafanstalt in Herford. Die Familie lebt auf dem Anstaltsgelände und lädt die Jugendlichen zu Hausmusikabenden in …

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