Dieser Autor liebt seine Figuren: Daniel Mason schreibt über eine Familie, die aus beruflichen Gründen für eine Jahr aus Kalifornien fort nach Greensbury an die Ostküste der USA zieht.
Kate hat dort eine Gastprofessur, Miles hat die Idee, seine Dissertation zu beenden, an der er seit 13 Jahren „schreibt“, die beiden Kinder Olive und Wilson, 9 und 12 Jahre alt, sind ohnehin an allem Neuem interessiert und haben nichts dagegen.
Stilistisch hat mich das Buch von Anfang an in den Bann gezogen, es ist witzig und warmherzig und erzählt eine Unmenge Geschichten, die insbesondere Miles erlebt. Sein Versuch, als Kalifornier und Stadtmensch auf dem Land im Osten Fuß zu fassen ist rührend naiv und man lebt mit ihm. Anfangs wird nur von „dem Mann“ und „der Frau“ gesprochen, erst nach vielen Seiten erfährt die Lesende die Namen der Familienmitglieder, das hebt die Geschichte aus dem nur Persönlichen heraus. Es geht um die Prototypen „Stadtmensch“ „Landmensch“ und darum, wie die Umgebung das Leben prägt. Das ist Mason wunderbar gelungen.
Der liebevolle Blick auf seine kleine Familie und die vielen spannenden Erörterungen und Gedanken, denen diese sich einzeln oder gemeinsam hingeben, lassen Bilder eines Familienlebens entstehen, in denen auch noch jedes einzelen Mitlgied für sich Raum hat. Insbesondere die vielen (abseitigen) Themen, mit denen sich Miles befasst und die ihn von seiner Dissertation abhalten, aber auch die intelligente Art seines Sohnes, der Unmengen an Wissen anhäuft, machen das Buch so vielfältig interessant.
Sehr gelungen und Lesempfehlung.
Daniel Mason, „Landleute“, Übersetzt von Cornelius Hartz, C.H. Beck, 26 Euro