„Die Riesinnen“ von Hannah Häffner

In Hannah Häffners Roman „Die Riesinnen“ geht es um mehrere Generationen von besonderen Frauen. Großgewachsene, dünne, selbstbewusste Frauen, die in einem kleinen Ort im Schwarzwald namens Wittenmoos leben.
Ist Liese den patriarchalen Zwängen in Gestalt ihres gewalttätigen Mannes, eines Metzgers überdies, noch weitgehend ausgeliefert, verändert sich das Maß der möglichen Selbstbestimmung schon erheblich für ihre Tochter Cora, die zudem den Absprung aus dem Dorf schafft.
Darin ist das zweite große Thema des Romans erkennbar: Heimat. Was ist das, wie geht „man“ damit um und kann man ihr entkommen? Der Heimatbegriff wird im Laufe dieses wunderbar zu lesenden Buches umgedeutet in einen Zustand der Möglichkeiten, die es zu ergreifen und vor allem zu gestalten gilt.
Cora nämlich kommt schnell zurück, ungewollt schwanger überdies, während ihre Tochter Eva sich schließlich ganz freiwillig für Wittenmoos entscheiden kann.
Verbunden mit Waldmetaphorik und viel Naturerleben begleiten wir die verschiedenen Lebenszustände der drei Frauen – Zwangsheimat Wittenmoos, Europareise und BWL-Studium- und nehmen so teil an deren Lebensrealität.
Ein packender Roman zum Ein-und Abtauchen.

Hannah Häffner, Die Riesinnen, Penguin Verlag, 24 Euro