„Der andere Arthur“ von Liz Moore

Kein Krimi, wie „Der Gott des Waldes“, sondern ein zu Herzen gehender Roman über zwei Männer – Arthur ein fettleibiger ehemaliger Dozent, der andere, Kel, ein junger Kerl aus dem Brennpunktstadtteil Yonkers, der aber in eine Highschool geht, die in einem Viertel Wohlhabender liegt.

Zu Beginn des Buches schreibt Arthur  Charlene, einer guten ehemaligen Freundin einen Brief, in dem er ihr die wahre Natur seines Lebens schildert, die er ihr bislang verschwiegen hat. Charlene hatte ihn angerufen, nach vielen Jahren das erste Mal wieder, und ihn um einen Gefallen gebeten. In seinem Brief schildert Arthur ihr sein Gefesseltsein ans Haus aufgrund seiner Fettleibigkeit, seine Einsamkeit und sein im Grunde freudloses Leben. Charlene ihrerseits hat ebenfalls ein Geheimnis, das im Laufe des Romans aufgeklärt wird.

Kel, dem der zweite Teil des Romans gewidmet ist, ist ein grundguter Junge, der sich um seine Mutter sorgt, in Armut aufwächst und Baseball-Profi werden möchte. Seine Last ist nicht das Gewicht sondern die der Armut, der Vaterlosigkeit und der Herkunft – im Englischen heißt das Buch nämlich „Heft“, also Last, Gewicht.

Das Buch lebt von seinen Charakteren, der ruhigen Art der Erzählweise und den sympathischen Handlungen der beiden Arthurs.

Ein wunderbarer Roman, der auf eine Weise wirklich guttut und zudem sehr schön zu lesen ist.

Liz Moore, „Der andere Arthur“, Ü Andreas Hartz, CH. Beck Verlag, 26 Euro