Lauren Groff, „Die weite Wildnis“

Ein unfassbar berührendes Buch ist dieses bereits als Taschenbuch erschienene Werk „Die weite Wildnis“ von Lauren Groff.
Erzählt wird die Geschichte der 16-jährigen Lamentatio, die als Leibeigene im 17. Jahrhundert aus London mit in ein amerikanisches Fort geschleppt wurde. Dort erlebt sie grauenhafte Szenen des Hungers, des Kannibalismus, der Übergriffigkeit der Männer und der Unterlegenheit der Schwachen.
Sie flieht. Allein, mit ein wenig Ausrüstung gelingt Ihr der Weg aus dem Fort in die weite Wildnis. Nein, es ist kein Robinson-Roman und es geht auch nicht um das Bezwingen der Natur, ganz im Gegenteil, das Mädchen geht fast ganz in der Natur auf, lebt mit ihr, nicht gegen sie und streift so für eine lange Zeit durch Wald, Steppe, Feld, durch Wintermonate und Sommerzeit.
Das Buch geht sehr zu Herzen, gerade weil das Mädchen durch ihre Reise quasi einen Gegenentwurf zur Unterwerfungsideologie der Siedler lebt.
Ein fantastischer Roman, der den zweiten Teil einer geplanten Trilogie bildet.

Lauren Groff, Die weite Wildnis, Übersetzung Stefan Jacobs, Ullstein Taschenbuch, 13,99 Euro