….fehlt noch „jein“ – aber nein, die Hauptfigur des Romans kommt zu einem sehr klaren Schluss.
Das Thema, um das es geht, ist die Frage danach, wie eine Frau mittleren Alters eigentlich leben will. Unsere „Heldin“ genießt ihr Leben zwischen Stadtwohnung und Landhäuschen, die Kinder sind aus dem Haus, der Freundkreis verlässlich. Dann treten mehrere Störfälle auf: ihre Schwester quartiert sich in der Stadtwohnung ein, ein Zahn fällt aus und im kleinen Supermarkt auf dem Land trifft sie Friedrich wieder, ein Liebhaber aus Zeiten des jungen Erwachsenseins.
Eigentlich wollte sie nie wieder auf die Nachricht eines Mannes warten, morgens schon zum Telefon hetzen, gedanklich okkupiert sein, doch genau so fängt es wieder an, obwohl mit Friedrich noch gar nicht richtig was losgeht. Überhaupt ist das Buch keinesfalls ein Liebesroman.
Wie sich diese Problematik klärt, erzählt Doris Knecht in diesem kurzen Roman auf die typisch knechtsche Weise: schlau und gleichzeitig mit Humor und einem überraschenden Schluß. Das alles ist eingebettet in unsere Zeit und unsere Lebensrhythmen.
Ein wunderbarer Roman.
Doris Knecht, „Ja, nein, vielleicht“, Hanser Berlin, 24 Euro